Sommer, Sonne, Staub

Während es in Deutschland kalt ist, hat hier die Trockenzeit begonnen. Grund dafür ist der „Harmattan“, ein trockener Passatwind aus der Sahara. Der Wind kommt aus dem Nordosten und bringt die trockene, über der Sahara aufgeheizte Luft in die im Süden liegenden Länder Westafrikas. 

Da die Luft mit feinen Sandpartikeln durchsetzt ist, breitet sich wie ein dichter Nebel über das ganze Land aus. 

Wenn ich von der Terasse des YMCA schaue, kann ich normalerweise die ganze Stadt und die grünen Hügel sehen, doch zurzeit sieht man nur eine weiße Wand. 


Auch die Sonne ist trüb und verschleiert, und der letzte Regen ist schon Monate her. 

Denn der aus Norden kommende Wind drückt die vom Meer wehenden, feuchten Luftmassen zurück auf den Ozean und verhindert die Bildung von Wolken und Regen.

Ohne Wolken gibt es wenig Isolierung in der Nacht und dadurch entweicht nachts die Hitze und es kühlt ab. 

Wenn ich jetzt abends dusche, ist es nicht wie sonst, eine angenehme Abkühlung, sondern wirklich eine Überwindung, sich unter das kalte Wasser zu stellen. Morgens ist es auch oft so kalt und windig, dass ich einen Pullover trage, wenn ich zur Arbeit gehe.

Am Tag dagegen strahlt die Sonne herab, es wird warm und die Luft erhitzt sich schnell zur Mittagszeit.

So schwanken die Temperaturen in der Zeit des Harmattans zwischen 35 am Tag und 18 in der Nacht.

Ein weiteres Zeichen ist, dass viele Bäume ihre Blätter verlieren. Außerdem brennen die Bauern ihre Felder ab, um den Acker für den neuen Anbau vorzubereiten und Jäger legen Feuer, um das Wild aufzuscheuchen. Somit entstehen noch mehr Rauchwolken und ich sehe oft Feuer, die sich die Hügel hochziehen oder am Straßenrand brennen.


Der Staub aus der Luft legt sich leider auch überall ab. Als ich Ende Januar nach zwei Wochen wieder nach Hause gekommen bin, lag überall eine sehr dicke Staubschicht, die jeden Tag wiederkommt, egal wieviel man Staub wischt :(

Zudem ist die Luftfeuchtigkeit stark reduziert und die Luft trocknet den Hals und die Haut aus. 

Einen genauen Zeitraum für den Harmattan gibt es nicht, aber normalerweise dauert es von Dezember bis Januar. Da jetzt schon Mitte Februar ist, hoffe ich wirklich, das die Trockenzeit bald aufhört und man wieder die bunten Farben Togos sehen kann, ohne den dichten, weißen Schleier.


Okay, ich glaube das waren jetzt genug Informationen zum Staub :D

Im Januar hat unsere Arbeit nach den Weihnachtsferien wieder begonnen, aber nach kurzer Zeit auch schon wieder geendet, da unser Zwischenseminar in Ghana anstand.

Leider haben wir es nicht geschafft, im Vorhinein ein Visum für Ghana zu bekommen und mussten es deswegen am Tag unser Abfahrt an der Grenze kaufen. 

Dafür mussten wir zunächst das Geld abheben, aber da in Lomé alle Geldautomaten ständig leer sind, hat unser Tag erstmal damit begonnen, für drei Stunden durch die Stadt zu fahren und alle Automaten abzuklappern.

Irgendwann hat es dann funktioniert und wir konnten zur Grenze fahren. Dort hat es gut funktioniert, das Visum zu kaufen, aber als wir am Ende unseren Beleg bekommen haben, ist mir aufgefallen, dass wir um 30 Euro betrogen wurden (was hier sehr viel Geld ist). 

Als ich das angemerkt habe, ist einer der Soldaten sehr schnell sehr wütend geworden und hat uns so lange angeschrien, bis wir eingeschüchtert und um 30 Euro ärmer weg gegangen sind :(

Immerhin waren wir dann in Ghana und sind daraufhin mit einem Kleinbus in die Hauptstadt Accra gefahren. 


Ich wurde schon häufig gefragt, wie sich Togo und Ghana unterscheiden, aber ich finde es ziemlich schwer zu beurteilen. Natürlich ist Ghana wirtschaftlich viel stärker, was man auch stark in der Hauptstadt merkt, an den Hochhäusern, der Sauberkeit, den ausgebauten Straßen, den neuen Autos und den Einkaufszentren (in denen es sogar KFC und Burger King gibt!). Aber die kleineren Städte und Dörfer ähneln Togo schon sehr.

Aber z.B. das Reisen mit Kleinbussen anstatt mit kleinen, überfüllten Autos ist eine Sache, die in Ghana deutlich angenehmer ist. Außerdem fällt auf, dass in Ghana die Getränke in neuen, normalen Flaschen verkauft werden, während in Togo häufig selbst gemachter Saft in wieder befüllten Plastikflaschen verkauft wird. 

Auch das Essen ist unterschiedlich. Ich glaube, in Ghana wird mehr Reis gegessen (z.B. der bekannte „Jollof-Reis“ ;) und es gibt Gerichte, die es Togo nicht gibt, z.B. frittierte Käsescheiben und „Indomie“, das sind Fertignudeln, die aus Asien importiert werden. 

Zudem gibt es in Ghana fast keine Mottoräder als Transportmittel. Dadurch ist Accra auch sehr mit Autos überfüllt und man steht ständig im Stau. 


Unser Seminar fand in einer Stadt in der Nähe von Accra statt und es waren noch viele weitere Volontäre aus Togo und Ghana dort. Es war eine wirklich schöne Zeit und es hat sehr gut getan, sich mit anderen Volontären auszutauschen, die ähnliche Situationen und Erfahrungen erleben, wie man selber. 

Nach dem Seminar haben Maggy und ich mit Carl und Jannik noch einige Tage Urlaub in Ghana gemacht. 

In Accra und Cape Coast haben wir uns jeweils eine Sklavenburg angeschaut, was sehr interessant aber auch bedrückend war. Es hat mich zudem erschrocken, wie wenig ich eigentlich über die Kolonialgeschichte wusste und wie oberflächlich wir das Thema in der Schule behandelt haben. 

Wir waren auch in den „Kukum-Nationalpark“, in dem wir eine Tour über Hängebrücken und eine Wanderung durch den Regenwald gemacht haben.

Für die letzten Tage sind wir dann nach Kokrobite, eine kleine Stadt direkt am Meer, gefahren. Dort haben wir morgens einen Surfkurs genommen, was sehr viel Spaß gemacht hat. 


Jetzt sind wir alle zurück und die Arbeit im YMCA hat wieder begonnen. Außerdem sind die Eltern von Maggy und Carl zu Besuch und letzte Woche waren Vertreter des CVJM Berlin in Atakpamé, um sich die Stadt, den YMCA und unsere Gastfamilien anzuschauen.


Das war jetzt ein etwas längerer Bericht, weil ich in der letzten Zeit nicht so regelmäßig etwas in meinem Blog gepostet habe, aber ich versuche, es wieder häufiger zu machen ;) 

Danke für euer Interesse an meiner Reise und bis zum nächsten Mal !






Staub über Atakpamé






Accra





 Seminar in Ghana






Kakum Nationalpark






Sklavenburg in Accra






Surfkurs :D






Indomie Nudeln






Strand in Kokrobite















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