1/4
Nächster Beitrag !
Jetzt ist ein Viertel meiner Zeit in Togo vergangen. Ich bin schon ganze drei Monate hier und mein Leben in Deutschland kommt mir weit entfernt vor. Das Leben hier ist schon fast normal für mich geworden und die tollen Menschen, die Stadt und die Kultur sind mir sehr ans Herz gewachsen.
Gerade als ich gestern Geburtstag hatte, habe ich nochmal gemerkt, dass es auch weit weg von meinen deutschen Freunden und meiner Familie, viele Menschen gibt, denen ich wichtig bin und die dazu beitragen, dass ich mich hier wohl fühle und eine so schöne Zeit habe.
Der Geburtstag hat sich zwar anders angefühlt, als sonst in Deutschland, aber es war trotzdem sehr toll. Mir wurde viel gratuliert, viel für mich gesungen und alle waren sehr lieb :)
Schule in Togo
Aktuell geben Margareta und ich, neben den Programmen im YMCA, in zwei Schulen Deutschclubs und -Unterricht für Schüler*innen von ca. 15-18 Jahren. Es macht viel Spaß und vor allem mit den Schülern Lieder zu singen und Spiele zu spielen ist immer sehr lustig.
Dabei fallen auch schnell Unterschiede zwischen den Schulen in Togo und in Deutschland auf.
Anders als in Deutschland gehen hier alle aufs Gymnasium, um das Abitur zu machen und es gibt keine unterschiedlichen Schultypen. Zudem müssen alle Schüler*innen Uniformen tragen.
In einer Klasse sind ca. 60-80 Schüler*innen, aber trotz ihrer Größe sind die Klassen meistens ziemlich ruhig (jedenfalls soweit ich es bis jetzt mitbekommen habe).
Auch ungewöhnlich für mich sind die Leitsprüche und Einstellungen der Schulen. Beispielsweise findet man in der St. Albert Schule in jedem Klassenraum den Satz „Mieux faire, mieux être, toujours plus“ (besser machen, besser sein, immer mehr) und das Lyafee Gymnasium wirbt mit dem Slogan „L'élite de demain“ (die Elite von morgen).
Auch einer unserer Deutschclubs hat den Slogan „Deutschclub, immer vorwärts, immer Plus!“, den die Schüler bei jeder Gelegenheit laut rufen. Es kommt ein bisschen das Gefühl auf, dass viel Leistung und Engagement von den Schüler*innen erwartet wird.
Eine weitere Sache ist, dass einige Lehrer ihre Schüler schlagen. Zwar nicht in dem Unterricht, in dem Margareta und ich helfen, aber man sieht manchmal Lehrer mit Stöcken in der Hand durchs Schulgebäude laufen.
Wenn ich Freunde darauf anspreche, lachen sie meist darüber oder sagen, dass manche Kinder geschlagen werden müssen, da sie sonst nicht hören und es scheint für alle normal zu sein.
Für mich ist es unvorstellbar Kinder zu schlagen, aber hier wird von den Togolesen oft gesagt, dass es „zur Kultur gehört“.
Mir stellt sich dann oft die Frage, wie eine Form der Bestrafung von Kindern als Kultur angesehen werden kann und ich weiß nicht, ob ich es jemals ganz verstehen werde. Aber ich hoffe, mit der Zeit noch mehr über das Thema und die Hintergründe zu erfahren.
Umwelt und Abfall
In Togo gibt es keine Müllabfuhr bzw. Recyclingsystem. Deswegen sieht man am Straßenrand oft Feuer aus Müll, da die Menschen sich so selbst um die Entsorgung ihres Abfalls kümmern und es liegt häufig ein Geruch von verbranntem Plastik in der Luft.
Außerdem ist es für viele Togolesen normal, ihre Abfälle nicht in Mülleimer, sondern einfach neben sich auf den Boden zu werfen. So befindet sich an den Straßenrändern und -Gräben sich sehr viel Müll, vor allem Plastiktüten, in denen immer Essen, Trinkwasser und andere Waren verpackt werden. Das liegt aber auch daran, dass es so gut wie keine öffentliche Mülleimer gibt. Außerhalb der Stadt gibt es große Müllhaufen oder Mülldeponien.
Oft entsteht durch den ganzen Abfall das Gefühl, dass es hier viel mehr Müll gibt, als in Europa.
Jedoch ist der einzige Unterschied, dass man den Müll hier mehr sieht, denn im Gegensatz zu Deutschland hat Togo einen viel kleineren Ökologischen Fußabdruck.
Gleichzeitig wird außerdem viel von den Menschen privat recycelt und wiederverwendet. Zum Beispiel Plastikflaschen werden nur selten weggeworfen, um sie erneut zu befüllen und z.B. Getränke oder Seifen daraus zu verkaufen.
Zudem wird gebrauchte Kleidung aus Europa hierhin transportiert und weiterverkauft. So sieht man oft Leute, die z.B. ein T-Shirt einer deutschen Firma oder eines Fußballvereins tragen.
Was bei uns in der Altkleidersammlung landet, wird zu großen Teilen nach Togo und in andere afrikanische Länder transportiert. Einerseits entsteht so eine Einnahmequelle für die Verkäufer, aber andererseits sind die meisten Kleidungsstücke bereits kaputt und unbrauchbar. Dadurch entstehen Müllberge aus alten Klamotten und die Umwelt in Ländern Afrikas leidet unter dem Konsumverhalten der westlichen Länder und der „Wegwerfmentalität“ der Bevölkerung, die durch „Fast Fashion“ geschaffen wird.
… Und noch ein anderes Anliegen:
Wir beginnen wir gerade mit den Planungen für die Aktion „Noël pour les enfants (Weihnachten für Kinder), die
jedes Jahr zur Weihnachtszeit im Jugendzentrum des YMCA in Atakpamé und Lomé stattfindet.
Die Kinder lernen zwei Tage lang Traditionen, Spiele und Lieder rund um das Fest kennen und am Ende gibt es Geschenke in Form von Reis, Spaghetti, Tomaten und Süßigkeiten.
Dadurch sollen finanziell bedürftige Kinder die Möglichkeit bekommen, zuhause in ihren Familien ein schönes Weihnachtsfest zu feiern.
Da Togo ein Entwicklungsland ist und zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, gibt es leider sehr viele bedürftige Familien und wir rechnen dieses Jahr mit über 500 Kindern.
Damit all diese Kinder an Weihnachten mit einem Geschenk nach hause gehen können, sind wir bei der Finanzierung dringend auf Geldspenden angewiesen.
Spendenkonto: AG der CVJM Deutschlands e.V.
Bank: Evangelische Bank Kassel
IBAN: DE57 5206 0410 0000 0012 10
BIC: GENODEFIEK1
Spendenzweck: "Sonderprojekte der Freiwilligen in Togo"
Auftraggeber: Name und Adresse des Spenders (für die Spendenbescheinigung)
Das Geld geht an das Spendenkonto der AG der CVJM, die eine Partnerschaft zu dem YMCA in Togo pflegt und die Spenden weiterleitet.
! Spenden können nur bis zum 5.12. eingehen !
Bei Fragen könnt Ihr mir jederzeit eine Email schreiben: paulamans@gmx.de
Ich möchte mich hier nochmal herzlich bei allen Menschen bedanken, die etwas für meinen Freiwilligendienst gespendet haben. Ich bin sehr dankbar für jede Unterstützung.
Au revoir !
Interessante Artikel zu Altkleidern in Afrika:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/fast-fashion-afrika-muell-101.html
![]() |
Geburtstagsüberraschung von Margareta :) |
![]() |
Deutschclub im St. Albert Gymnasium |
![]() |
Müll in einem Fluss |
![]() |
Kindergottesdienst |
![]() |
Badestelle in Hiheatro |
![]() |
Animation vorm YMCA |
Kommentare
Kommentar veröffentlichen