Ankommen
Nach fast vier Wochen in Togo habe ich jetzt endlich die Zeit gefunden, ein paar meiner Eindrücke festzuhalten.
Obwohl schon der erste Monat meines Freiwilligendienstes vergangen ist, kommt es mir manchmal noch so vor, als wäre ich gerade erst angekommen.
Alltägliche Dinge sind immer noch ungewohnt und neu, da sie ganz anders funktionieren als in Deutschland.
Der chaotische Verkehr, das scharfe Essen, die Musik, der Geruch nach Benzin auf den Straßen, die Sprache und vieles mehr. Fast täglich sehe ich Dinge, die ich vorher noch nie gesehen habe, lerne neue Menschen kennen, probiere Essen, das ich nicht kenne, oder bin an Orten, an denen ich noch nie war.
Anfangs waren diese vielen neuen Eindrücke oft überwältigend, aber zum Glück auf eine gute und aufregende Art.
Alltag in Lomé
Morgens beginnt mein Tag meistens gegen 7 Uhr mit dem Frühstück in meiner Gastfamilie, in der ich gemeinsam mit meiner Mitfreiwilligen Margareta zurzeit lebe. Wir haben eine Gastmutter (Fidel) und zwei Gastgeschwister (Anouchka und Daniel), es gibt auch noch weitere Geschwister, die aber nur selten zuhause sind.
Nach zwei Tassen Kaffee und Toast mit Butter, verlassen wir das Haus und gehen zur Hauptstraße, um uns dort Motos (Bild s. u.) zu suchen, die uns zum YMCA fahren können.
Die ersten Fahrten mit dem Moto waren wirklich eine kleine Überwindung, da der Verkehr ein ziemliches Durcheinander ist und einige Fahrer sehr rasant fahren, sodass wir uns immer etwas ängstlich am Sitz festhalten mussten.
Auch das Verhandeln des Preises ist immer wieder eine Herausforderung und hat leider schon ein paar Mal dazu geführt, dass wir doppelt so viel wie die Togolesen bezahlen mussten. Dafür ist es aber immer ein Erfolg, wenn wir es schaffen, einen angemessenen Preis zu verhandeln :)
Angekommen im Jugendzentrum treffen wir dann auch die anderen beiden Freiwilligen Carl und Jannik, die in einer anderen Gastfamilie leben.
Aktuell haben wir bei der Arbeit noch nicht viel zu tun und verbringen den Vormittag deshalb meistens damit, Französisch oder Éwé zu lernen oder wir machen etwas mit den Animateuren (Volontäre des YMCA).
Am Nachmittag findet jeden Mittwoch und Freitag im YMCA die „Animation“ statt, ein Programm für Kinder, bei dem Spiele gespielt werden und gesungen und getanzt wird.
Abends machen wir uns dann auf den Rückweg und kommen gegen 19 Uhr meistens ziemlich müde in unserer Gastfamilie an, wo unser Abendessen auf uns wartet. Häufig gibt es Nudeln, Reis, Kochbananen, Eier oder Süßkartoffeln mit einer Tomatensauce oder Gemüse. Sogar meine vegetarische Ernährung funktioniert hier, da meine Gastfamilie sehr rücksichtsvoll ist.
Außerdem ist das Essen hier sehr scharf und vor allem, wenn man auf der Straße etwas kauft, muss man aufpassen, dass man nicht zu viel scharfe Sauce nimmt, da einem sonst schnell die Tränen kommen ;)
An den Wochenenden machen Margareta und ich meistens etwas mit unserem Gastbruder Daniel und gehen mit ihm z.B. auf den Markt oder ins Fußballstadion. Wir waren auch schon bei einem Spiel der togolesischen Nationalmannschaft, für das die Eintrittskarte gerade mal 70 Cents gekostet hat.
Das Wetter ist eine weitere Umstellung, da es hier immer um die 30 Grad warm ist. Tatsächlich hatte ich mir vorher aber die hohe Luftfeuchtigkeit mit den warmen Temperaturen als anstrengender bzw. intensiver vorgestellt, doch überraschenderweise lässt sich das Wetter für mich noch gut aushalten.
Ich genieße es, jeden Tag in kurzen Klamotten raus gehen zu können und keine Angst haben zu müssen, dass bald der Herbst mit Regen und Kälte kommt.
Auch an die Sprache musste ich mich erst einmal gewöhnen. Obwohl ich sieben Jahre lang Französisch in der Schule gelernt habe, ist es etwas ganz anderes, es hier zu sprechen. Am Anfang war ich häufig frustriert, weil ich nicht genau das ausdrücken konnte, was ich auch sagen wollte oder, weil ich die anderen nicht richtig verstanden habe. Doch mit der Zeit wird es langsam besser und ich habe das Gefühl, dass mir Gespräche nicht mehr ganz so schwer fallen.
Insgesamt kann ich sagen, dass ich mich hier in Togo, bei meiner Gastfamilie und bei der Arbeit im YMCA sehr wohl fühle. Natürlich muss man sich an einige Dinge gewöhnen, aber für mich ist die Umstellung bis jetzt wirklich positiv und spannend.
Anfang Oktober werde ich dann mit Margareta nach Atakpamé umziehen und dort in meine Gastfamilie kommen, in der ich dann auch für den Rest des Jahres bleiben werde.
Einerseits freue ich mich total auf die kleinere Stadt mit mehr Natur, aber andererseits habe ich mich gerade hier in Lomé schon ein bisschen eingelebt, Freunde kennengelernt und an die Stadt gewöhnt. Dadurch kommt auch ein kleiner Abschied und eine weitere Umstellung auf uns zu, auf die ich schon gespannt bin.
Hier noch ein paar Bilder :) …
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Der Strand in Lomé |
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Carl auf einem Moto |
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Lieblingsessen :) Spaghetti, Kochbananen und Süßkartofffeln |
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Meine Mitfreiwilligen: Carl, Margareta und Jannik |
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Der YMCA in Lomé |
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